Denkmalpreis des Bezirks Schwaben 2003

Preisverleihung

  • Fotos von der Preisverleihung

Der Bezirkstag von Schwaben hat in seiner Sitzung vom 13.12.2001, beginnend mit dem Jahre 2002, einen Denkmalpreis (10.000,-- €) sowie maximal 2 Sonderpreise (je 5.000,-- €) ausgelobt und als Kriterien die

  • fachliche Qualität der Maßnahme
  • das finanzielle Engagement des Eigentümers
  • die Kreativität bei der Durchführung
  • die Bedeutung des Denkmals

aufgestellt.

Die Preisübergabe fand am Montag, den 16. Februar 2004, in einem festlichen Rahmen im Zehentstadel in Leipheim statt.

Foto des ehemaligen bäuer­lichen Anwesens in Berghof

Denkmalpreis des Bezirks Schwaben 2003

Renate und Colin Jackson, 87642 Halblech

Sanierung und Umnutzung des ehemaligen bäuer­lichen Anwesens in Berghof, Füssener Str. 8 in Halblech

Das in dominanter und ortsbildbestimmender Lage situierte Kleinbauern­haus, das in seiner Grundsubstanz aus dem 17. Jahrhundert stammt, stand seit den 1990er Jahren leer und war in einem verwahrlosten Zustand. Es war nicht als Denkmal qualifiziert, so dass die Eigentümer weitgehend freie Hand hatten. Im März 2001 erwarb das Ehepaar Jackson, das bereits in England einmal ein Haus saniert hatte, das Objekt und begann mit der Restaurierung. Leitlinie der Sanierung war es, möglichst viel an historischer Bausubstanz an Ort und Stelle unverändert zu erhal­ten.

Durch das sorgfältige Integrieren der neuen Nutzungen in den Wohn-, Stall- und Stadelteil konnte einerseits eine bemerkenswerte Wohnqualität erzielt werden, andererseits blieb die Ablesbarkeit des bäuerlichen Bestandes und der Raum­struktur erhalten. Der bildliche Vergleich von Alt und Neu belegt die herausragende Leistung der Jacksons.

Die Erhaltungsmaßnahme stieß zunächst im Dorf auf Skepsis und ist heute der Stolz der Ortschaft. Der Vorbildcharakter der Maßnahme liegt besonders in der Freiwilligkeit des Herangehens, der Sorgfalt der Durchführung und der Qualität des Ergebnisses. Nach der Sanierung wurde das Anwesen unter Denkmalschutz gestellt.

Foto Schlossanlage von Haunsheim

Sonderpreis

Freiherr Dr. Dieter von Hauch, Schloßstr. 24, 89437 Haunsheim

Sanierung der Schlossanlage von Haunsheim

Seit 1980 wird durch Dr. Freiherrn von Hauch die Schlossanlage von Haunsheim aus dem frühen 17. Jahrhundert, die stark sanierungsbedürftig, z.T. bestands­bedroht war, mit Hartnäckigkeit und Liebe zum Detail, großer Fachkenntnis, Geduld und hohem persönlichen finanziellen Einsatz Schritt für Schritt saniert. Inzwischen sind es fünf größere Bauabschnitte, in welchen Schloß, Nebengebäude, Mauer und jetzt der bemerkenswerte Festsaal mit Holzkassettendecke saniert wurden und werden. Das Schloß gehört mit zu den bedeutendsten Renaissancedenkmalen in Schwaben. Die Leistungen für das Schloß sind als vorbildlich anzusehen. Dr. Frei­herr von Hauch hat in Zusammenarbeit mit dem 1999 gegründeten „Freundeskreis Schloß Haunsheim“ das Schloß und die Orangerie für kulturelle Zwecke geöffnet.

Foto des sanierten Objekts

Sonderpreis

Bürgermeister Christian Konrad (Stadt Leipheim), Erich Broy (Sprecher des Histor. Arbeitskreises), Marktstr. 5, 89340 Leipheim

Sanierung der ehemaligen Vorburg der spätmittel­alterlichen Schlossanlage, bestehend aus der Toranlage, dem sogenannten Brauereistadel, dem mächtigen Zehentstadel und dem Anwesen „Blaue Ente“, dem künftigen Heimat- und Bauernkriegsmuseum in Leipheim.

Sanierung der ehemaligen Vorburg der spätmittel­alterlichen Schlossanlage, bestehend aus der Toranlage, dem sogenannten Brauereistadel, dem mächtigen Zehentstadel und dem Anwesen „Blaue Ente“, dem künftigen Heimat- und Bauernkriegsmuseum in Leipheim

Die Sanierung, die mit dem Zehentstadel begann, dauerte von 1990 bis 2002. Der Zehentstadel wird heute als Kultur- und Veranstaltungszentrum genutzt. Die Gesamtkosten betragen 9,17 Mio. €. Hervorzuheben bei der Gesamtmaßnahme sind zwei Bereiche.

Die Sanierung des Brauereistadels und der „Blauen Ente“ wurde durch den histori­schen Arbeitskreis Leipheim, einer Rentner- und Senioreninitiative, in ca. 24.000 Arbeitsstunden selbständig durchgeführt. Der Arbeitskreis war 1997 gegründet worden, nachdem der Stadt die Mittel für den Fortgang der Sanierung fehlten. Jeden Donnerstag von 9 – 16 Uhr arbeiteten ca. 20 Senioren, Handwerker im Ruhestand, an der Baustelle. Die Arbeit wurde mit größter Sorgfalt fachgerecht durchgeführt.

Die Sanierung des Zehentstadels zeigt auf hohem gestalterischen Niveau, wie ein Schlossstadel aus dem 16. Jahrhundert in ein vielfach genutztes Kultur­zentrum umgenutzt werden kann, wobei die historische Bausubstanz raumprägend bleibt. Die Maßnahme der Stadt Leipheim wäre ohne das singuläre bürgerschaftliche Engagement, verbunden mit hoher Fachkenntnis, nicht möglich gewesen. Der Gesamtmaßnahme kommt Vorbildcharakter zu.