Denkmalpreis des Bezirks Schwaben 2005

Preisverleihung

Foto Preisverleihung

Der Bezirkstag von Schwaben hat in seiner Sitzung vom 13.12.2001, beginnend mit dem Jahre 2002, einen Denkmalpreis (10.000,-- €) sowie maximal 2 Sonderpreise (je 5.000,-- €) ausgelobt und als Kriterien die

  • fachliche Qualität der Maßnahme
  • das finanzielle Engagement des Eigentümers
  • die Kreativität bei der Durchführung</2li>
  • die Bedeutung des Denkmals

aufgestellt.

Die Preisübergabe fand am Montag, den 8. Mai 2006, in einem festlichen Rahmen im Rokokosaal der Regierung von Schwaben in Augsburg statt.

Foto Eggelhofes in Achsheim

Denkmalpreis des Bezirks Schwaben 2005

Dr. Christiane Reerink und Hans-Peter Reerink, Langweid

Sanierung des Eggelhofes, Achsheim, Gemeinde Langweid, Landkreis Augsburg

Der Eggelhof, ein Einzelhof, mit der Kapelle zur schmerzhaften Mutter Gottes wird urkundlich bereits im 12. Jahrhundert erwähnt, war bis zur Säkularisation im Besitz des Augsburger Domkapitels und bildet ein herausragendes, landschaftsprägendes Denkmal. Während die Kapelle in den letzten Jahren saniert wurde, war der Hof mit dem markanten Schweifgiebel in schlechtem Erhaltungszustand. Große Teile der barocken Ausstattung (Kassettendecke, Stuckdecke, Treppe, Türblätter, Flez mit Solnhofer Platten) wurden erhalten, das Dachgeschoß wurde nicht ausgebaut, so dass der Dachstuhl raumprägend wirkt, die aufwändige Fassadengestaltung wurde vorzüglich restauriert und rekonstruiert. Durch die teilweise Entfernung späterer Einbauten wurde die ursprüngliche Grundrisskonzeption wieder erlebbar sowie eine großzügige Wohnnutzung möglich. Durch das außergewöhnliche finanzielle Engagement der Eigentümer gelang es auf denkmalpflegerisch sorgfältigste Weise, den Hof zu sanieren und den ursprünglich herrschaftlichen Anspruch wieder deutlich zu machen. Als geglückt kann der (gelungene) neue Anbau (Stall und Reithalle) anstelle des nicht mehr haltbaren Stalles und der Scheune bezeichnet werden, der in schlichter und zurückhaltender Gestaltung Rücksicht auf das Denkmal nimmt und zugleich die Hofanlage wieder vervollständigt. Die zweckmäßige Nutzung gibt die Garantie auf eine gute denkmalpflegerische Zukunft. Die Sanierungskosten betrugen ca. 1,5 Mio. €. Beim Bezirk Schwaben wurde kein Zuschuss beantragt.

Der Eggelhof, eine weithin sichtbare Landmarke, wurde Dank des außergewöhnlichen Engagements von Herrn Hans-Peter Reerink und Frau Dr. Christiane Reerink vorbildlich saniert und reaktiviert.

Foto Wohn- und Geschäftsgebäudes Wolframstr. 3 und 3 a in Augsburg

Sonderpreis

Waltraud Baeuerle-Gruber und Roman Gruber, Augsburg

Sanierung des Wohn- und Geschäftsgebäudes Wolframstr. 3 und 3 a in Augsburg  

Das Anwesen Wolframstr. 3 und 3 a, Büro und Wohngebäude, wurde um 1928 in expressionistischem Baustil mit markanten Backsteinornamenten, die reliefartig die Fassade gliederten, ausgeführt. Dunkelgebrannte Klinker, intensive Farbglasuren und kunstvolle Verlegetechniken prägen die plastisch hervortretende Fassade.

Das vernachlässigte Gebäude wurde nach einer sorgfältigen Befunduntersuchung unter Entfernung späterer Überarbeitungen in seinem ursprünglichen ausdrucksstarken Erscheinungsbild wieder hergestellt. Hervorzuheben sind dabei die Freilegung von Klinker und Betonteilen, der Originalfarben, die Ersetzung von Fenstern und Türen aus Kunststoff durch solche aus Holz sowie die Restaurierung der noch erhaltenene Ausstattungsteile (Treppen, Türen, Fenster). Die Erneuerungen und Ergänzungen wurden in einer gestalterisch anspruchsvollen modernen Weise durchgeführt, die dem Haus neben der ursprünglichen auch eine neue Qualität verschafft haben.

Es bildet heute eine der ganz wenigen hervorragenden Gebäude des modernen Bauens der 1920er Jahre, die in Augsburg erhalten sind.

An städtebaulich prägender Stelle gelegen stellt es einen Blickfang dar, der das gesamte Ensemble aufwertet.

Die Sanierungskosten betrugen 390.000,-- €, der Bezirk Schwaben förderte die Maßnahme mit 2.050,-- €.

Foto Anwesen Berger Straße 4/6 in Nördlingen

Sonderpreis

Lebenshilfe Donau-Ries e.V. vertreten durch den Ersten Vorsitzenden, Herrn OB Paul Kling

Sanierung des Anwesens Berger Straße 4/6 in Nördlingen 

Das Wohnhaus Berger Straße 4/6, ein dreigeschossiger Traufseitbau mit vorkragendem obersten Geschoss und verputztem Fachwerk, barg im Kern einen monumentalen zweigeschossigen Ständerbau von 1339. Die dreischiffige Mittelflezanlage gehört zu den ältesten Bauten Nördlingens.

Obwohl sich das Gebäude zu Beginn der Maßnahme in einem äußerst desolaten Zustand befand und Teile bereits eingestürzt waren oder einzustürzen drohten, konnte die historische Bausubstanz zum größten Teil erhalten und instandgesetzt werden. Die linke Außenmauer und das Fundament mussten erneuert werden. Dabei wurde der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum dreigeschossigen Traufseitbau umgeformte Baukörper wieder in seine ursprüngliche Form – zweigeschossig und giebelständig – zurückgeführt. Die Fassade wurde im Erdgeschoß nach der ursprünglichen Konzeption gegliedert. Die bemerkenswerte Maßnahme fügt sich in die bayernweit vorbildliche Denkmalpolitik der Stadt Nördlingen als ein weiterer Glanzpunkt ein.

Die Baukosten betrugen 1.088.015,19 €, der Zuschuss des Bezirks Schwaben 2.300,-- €. Die Lebenshilfe Donau-Ries hat mit einer außergewöhnlichen Sanierung ein städtebaulich und baugeschichtlich wichtiges Gebäude gerettet und wieder hergestellt und mit der Nutzung als Frühförderstelle für Kinder mit Behinderung das städtische Leben sozialpolitisch bereichert.