DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Kunstmühle Straubinger

Rain am Lech (Gem. Rain)

Typ: Mahlmühle, Lohmühle, Walkmühle, Gipsmühle
Gewässer: Friedberger Ach
Historische Daten: 1472 (Fertigstellung).
Adresse: Feldheimer Straße 8, 86641 Rain am Lech
Nicht öffentlich zugänglich.

Die Mühle im Jahr 1925 (links die Gipsmühle) (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Straubinger, Rain am Lech).
Mühle und Wohnhaus 1925/26 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Straubinger, Rain am Lech).

Die Mühle in der Feldheimer Straße 8 (früher Haus Nr. 256, vor 1887 Haus Nr. 179), 86641 Rain am Lech, Flur-Nr. 1953/1 und /2, gehörte Ludwig Straubinger, dem Vater des jetzigen Besitzers.

Die Mahl-, Walk-, Loh- und Gipsmühle wurde 1472 als Walkmühle von der Stadt Rain am Lech gegründet und befindet sich seit sieben Generationen im Familienbesitz (Getreidemühle 4 Mahlgänge, Lohmühle 1 Mahlgang).

Der Pächter der Walkmühle war verpflichtet, die Gerber von Rain mit Eichenloh zu versorgen. Außerdem musste er bei Hinrichtungen den Galgen aufstellen, was im bayerisch-schwäbischen Raum kein Einzelfall war.

Am 29. August 1808 übernahm Michael Kugler die Walkmühle.

Als Eigentümer der Mühle sind bekannt:

 

1820

Sebastian Stall

 

14. August 1834

Michael Aicher

 

14. Dezember 1859

Karl Haindl (Walkmühle, durch Kauf)

 

30. April 1908

Alois Haindl, durch Überlassung

 

24. September 1919

Mathilde Straubinger

 

1950

Ludwig und Johanna Straubinger

 

18. Dezember 1970

Ludwig Straubinger

 

Im Jahr 1929 wurde die Mühle neu auf den alten Grundmauern errichtet. Seitdem fanden immer wieder An- und Umbauten statt. So war bis zum Jahr 1965 das Wohnhaus in das Mühlengebäude integriert; dann baute man ein Wohnhaus und einen Mühlenladen an die Mühle an.

1950 riss man die Gipsmühle ab und ersetzte sie durch ein neues Gebäude.

Die Mühle ist noch in Betrieb. Sie wird durch eine Kaplan-Propeller-Turbine (16 kW/h, maximal 18 kW/h) angetrieben, früher durch zwei Wasserräder.

Mahlgut sind Weizen, Roggen und Dinkel, bei einer täglichen Mahlkapazität von 10 Tonnen an Mehl bzw. 30 Tonnen an (Weizen-)Flocken. Die Flocken-Anlage stammt aus dem Jahr 1985.

Der Kundenkreis erstreckt sich über das Donau-Lech-Gebiet.

 

Foto oben: Die Mühle am 10. Oktober 2005 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Thomas Straubinger, Rain am Lech).

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Kunstmühle Straubinger in Rain am Lech (Gem. Rain). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/264 (Abruf am 11.12.2018).