DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Schlossmühle

Liebenthann (Gem. Obergünzburg)

Typ: Mahlmühle, Sägemühle
Gewässer: Günz, Östliche
Historische Daten: 1698 (Fertigstellung). Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz und ist in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Im April 2009 wurde dem Ehepaar Haid für ihr Engagement für die Erhaltung bzw. Restaurierung der Mühle der Denkmalpreis des Landkreises Ostallgäu 2009 verliehen. 2011 wurde die Mühle mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet.
Adresse: 87634 Obergünzburg-Liebenthann Nr. 44
Öffentlich zugänglich.

Liebenthannmühle, um 1940 (Bildarchiv der Bezirksheimatpflege Schwaben, Schwabenkartei-Fotokartei 05250).
Stadel und Mühle von Südosten (Foto mit freundlicher Genehmigung von Frau Architektin Dipl.-Ing. (FH) Marion Bartl, Obergünzburg).
Säge, Mühle und Stadel vom Fahrradweg (Südwesten) aus gesehen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Frau Architektin Dipl.-Ing. (FH) Marion Bartl, Obergünzburg).
Foto: Franz Kurrer, Nürtingen.
Die alte Energieschaltzentrale (Foto mit freundlicher Genehmigung von Frau Architektin Dipl.-Ing. (FH) Marion Bartl, Obergünzburg).
Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Frau Architektin Dipl.-Ing. (FH) Marion Bartl, Obergünzburg.
Mühlrad an der Wegabzweigung zum Mühlengelände (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Mühlrad an der Wegabzweigung zum Mühlengelände (Foto: Georg Abröll, Gersthofen).
Schaufeln des Mühlrads (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).

Das Anwesen Schlossmühle (Haus Nr. 44) besteht aus der Mühle auf dem östlichen Ufer der Östlichen Günz, einer Säge gegenüberliegend auf dem westlichen Ufer, einem Stadel südlich der Mühle, zwischen Mühlkanal und Altwasser gelegen, sowie zugehörigen Ländereien.

Die Mühle wurde 1698 im Stil der Spätrenaissance als Fachwerkbau errichtet. Ein knappes halbes Jahrhundert später erfolgten umfassende Umbaumaßnahmen, die der Mühle ein barockes Aussehen verliehen.

Sie war einst Schlossmühle der Burg Liebenthann.

Auf einer Landtafel aus dem Jahr 1714, die sich im Heimatmuseum Obergünzburg befindet, ist eine alte Darstellung der Mühle zu sehen.

Das Gebäude besitzt ein Satteldach über dem älteren Kern und ist mit der Jahreszahl 1864 bezeichnet. Im Obergeschoss wurde eine blaue Stube mit aufwendigen Schablonenmalereien im Biedermeierstil eingerichtet, die es heute wieder gibt. Das dazugehörige Wirtschaftsgebäude stammt aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Ab 1920 erzeugte eine Turbine Strom für die Mühle, die umliegenden Anwesen und die Gemeinde Burg.

Im November 2004 erwarben Steffen und Brigitte Haid das Anwesen (Schlossmühle Liebenthann, 87634 Obergünzburg), um es instandzusetzen und dort ansässig zu werden.

Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz und ist in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Im April 2009 wurde dem Ehepaar Haid für ihr Engagement für die Erhaltung bzw. Restaurierung der Mühle der Denkmalpreis des Landkreises Ostallgäu 2009 verliehen. 2011 wurde die Mühle mit dem Denkmalpreis des Bezirks Schwaben ausgezeichnet.

Außen soll die Mühle in ihre barocke Fassung von 1728 zurückgeführt werden. Die außer Betrieb befindliche Turbine am Mühlengebäude soll durch ein Wasserrad ersetzt werden.

 

Mehr als ein Haus. Von der Mühle verführt – eine Romanze mit Biber und Bügelbrett, in: Denkmalpflegeinformation Nr. 143, Juli 2009, S. 52 – 54.

 

Foto oben: Franz Kurrer, Nürtingen.

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Schlossmühle in Liebenthann (Gem. Obergünzburg). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/348 (Abruf am 11.12.2018).