DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Wasserkraftwerk

Langweid am Lech (Gem. Langweid a.Lech)

Typ: E-Werk
Gewässer: Lech
Historische Daten: 1908 (Fertigstellung).
Adresse: Lechwerkstraße 19, 86462 Langweid am Lech
Nicht öffentlich zugänglich.

Foto: LEW.
Foto: LEW.
Foto: LEW.

Bereits wenige Jahre nach Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Gersthofen zeigte sich, dass die Elektrizität als neue Energiequelle sehr große Akzeptanz und damit auch sehr große Verbreitung fand, nicht zuletzt in der Landwirtschaft, sodass die Notwendigkeit entstand, mehr Elektrizität zu erzeugen und zur Verfügung zu stellen.

So kam es zum Entschluss zur Erbauung des Wasserkraftwerks Langweid am Lech, und zwar nach den Entwürfen der Elektrizitäts-Actiengesellschaft, vormals W. Lahmeyer & Co., Frankfurt am Main, als Generalunternehmerin. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1908 und 1909, wobei das Werk bereits 1908 in Betrieb genommen werden konnte.

Architektonisch sieht man bei der Unterstromfassade des Kraftwerks einen Mittelrisaliten mit Attika, Rundbogenfenster und überkuppelte Flügelbauten.

Der Unter-Wasserkanal des Wasserkraftwerks Gersthofen bildete in seiner Verlängerung den Ober-Wasserkanal für die Stufe Langweid, ohne dass ein neues Wehr zum Ableiten des Lechs errichtet werden musste.

Mittels 4 liegender Doppel-Zwillings-Francis-Turbinen wurde eine maximale Leistung von etwa 6.300 PS (4.600 kW) erzielt und durch 4 direkt gekuppelte Drehstromgeneratoren (3 Fabrikat LAHMEYER, 1 Fabrikat AEG) in Elektrizität umgewandelt.

1938 erfuhr das Kraftwerk Langweid eine Erweiterung von 4 auf 5 Maschinensätze, wobei der 5. Maschinensatz in dem neu errichteten östlichen Anbau untergebracht wurde.

Die 4 Francis-Turbinen erneuerte man 1955/56, während die Generatoren unverändert blieben.

1983 waren 4 Francis-Turbinen und 1 Kaplan-Turbine mit Drehstrom-Synchrongeneratoren vorhanden, wobei 4 Maschinensätze eine Leistung von je 900 kW, 1 Maschinensatz eine Leistung von 2.400 kW aufwiesen.

1992/94 wurde eine umfassende Modernisierung vorgenommen. Seitdem bestehen die Maschinensätze aus 3 Kaplan-Kegelrad-Rohrturbinen der Firma ESCHER-WYSS (Leistung: 1.630 kW je Maschinensatz) und 1 vertikalen Kaplan-Turbine (Leistung: 2.220 kW), jeweils mit Drehstrom-Synchrongeneratoren.

Der vorderste der alten Maschinensätze – eine Francis-Doppelturbine von 1956 mit Drehstromgenerator von 1907 inclusive dem über Riementransmission angetriebenen Regler für die Regulierung von Wasserdurchfluss und Leistung – wurde restauriert, begehbar gemacht und auf diese Weise museal erhalten.

Für das Wasserkraftwerk Langweid bzw. das Lechmuseum Bayern (Lechwerkstraße 19, 86462 Langweid am Lech) bieten die LEW (Lechwerke AG) nach vorheriger Absprache kostenlose Führungen für Besuchergruppen an. Weiterhin ist das Lechmuseum jeden ersten Sonntag im Monat von 10 - 18 Uhr geöffnet. Im Rahmen dieser Sonntagsöffnungen können keine Führungen angeboten werden. Anmeldung für Führungen unter Tel. 0821/328-1658 oder E-Mail lechmuseum(at)lew(dot)de .

 

Wilhelm Ruckdeschel, Kraftwerke – Mühlen – Wassertürme. Technische Denkmale im Landkreis Augsburg, Augsburg-Haunstetten 1998, S. 21 – 24.

Internet: www.lechmuseum.de .

 

Foto oben: LEW.

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Wasserkraftwerk in Langweid am Lech (Gem. Langweid a.Lech). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/567 (Abruf am 11.12.2018).