DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Klostermühle

Maihingen (Gem. Maihingen)

Typ: Mahlmühle
Gewässer: Mauch
Historische Daten: 1319 (Erstnennung).
Adresse: Klostermühle 1, 86747 Maihingen
Öffentlich zugänglich.
Informationen für Besucher: Die Ölmühle im landwirtschaftlichen Bereich ist am Deutschen Mühlentag und an zwei Aktionstagen des Rieser Bauernmuseums (Schnitterfest, 1. Sonntag im August, und Kartoffelfest, letzter Sonntag im August) geöffnet. Ansonsten ist eine Voranmeldung erforderlich.

Foto: Bruno Langner, mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Ruth Kilian, Museumsleiterin Maihingen.
Foto: Bruno Langner, mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Ruth Kilian, Museumsleiterin Maihingen.

Die ehemalige Klostermühle am Westrand von Maihingen (Klostermühle 1, 86747 Maihingen, Flur-Nr. 41/0; früher Haus Nr. 1) bzw. am Eintritt der Mauch in die Ries-Ebene, ein stattlicher Bau mit Steilsatteldach aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, war ehemals die Mühle des Dorfes.

In einem Urbar des Klosters Kaisheim fand sie 1319 ihre früheste Erwähnung.

1361 errichtete Gräfin Adelheid von Oettingen eine Seelmessstiftung auf der nunmehr „Hagmühle“ genannten Mühle, die im Besitz der Grafen von Oettingen war.

Im Jahr 1437 erwarb sie der Maihinger Pfarrer Konrad Rösser vom Haus Oettingen für 124 Gulden und schenkte sie am 3. März desselben Jahres dem benachbarten Augustiner- (1459 Birgitten-, ab 1607 Franziskanerkloster) Maria Mai bei Maihingen, wo sie bis 1802 verblieb.

Nach einem Brand im Bauernkrieg von 1525 (um den 1. Mai) wurde sie neu erbaut, mit gewölbten Räumen (Stube, Küche und Keller).

Im Oktober 1805 kam sie durch Verkauf vom Fürstl. Haus Wallerstein an den früheren Klostermüller Franz Xaver Ziegelmeyer, dessen Enkel selbigen Namens die Mühle 1934 an seinen Enkel, den Müllermeister Sebastian Hopfenzitz (gestorben am 21. Januar 1988) übergab.

Der Mühle kommt ein sehr günstiges Bachgefälle von ca. 3,50 m zugute. Ein langer Mühlkanal von etwa 500 m staut eine erhebliche Menge Wasser auf, die bis zum Jahr 1888 zwei oberschlächtige – vermutlich rückdrehende – Wasserräder bewegte. Das vordere Wasserrad war für den Schrotgang (1888 durch eine Haag-Turbine aus Nürnberg ersetzt), das hintere für den Weizen- und Roggen-Gang (1906 ebenfalls durch eine Haag-Turbine ersetzt).

1905 beschaffte man einen Sauggasmotor, 1914 einen (gebrauchten) Doppelwalzenstuhl der Marke Mechwart aus Budapest und 1929 einen 12-PS-Dieselmotor der Firma Hatz in Rusdorf/Niederbayern. Eine weitere Modernisierung brachten die neue Putzerei (Aspirateur, Trieur sowie Spitz- und Schälmaschine), ein Elevator und ein Vierkantsichter im Obergeschoss.

Von 1921 bis 1932 erzeugte man Gleichstrom zum Eigenverbrauch; dann erfolgte der Anschluss an das Überlandwerk in Ellwangen.

Die Mühle steht unter Denkmalschutz.

In den landwirtschaftlichen Räumen ist heute das „Rieser Mühlenmuseum“ des Rieser Bauernmuseums- und Mühlenvereins e.V. untergebracht.

 

Foto oben: Friedrich Herrmann, mit freundlicher Genehmigung von Frau Dr. Ruth Kilian, Museumsleiterin Maihingen.

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Klostermühle in Maihingen (Gem. Maihingen). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/601 (Abruf am 11.12.2018).