DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Mühle

Salgen (Gem. Salgen)

Typ: Mahlmühle, E-Werk
Gewässer: Mindel, Östliche
Historische Daten: Entstanden zwischen 1710 und 1730. Am 8. September 1972 wurde die Mühle stillgelegt.
Adresse: Zur Mühle 8, 87775 Salgen
Nicht öffentlich zugänglich.

Die Mühle an der Östlichen Mindel steht am nordöstlichen Rand von Salgen (früher: Haus Nr. 38; jetzt: Zur Mühle 8, 87775 Salgen, Flur-Nr. 55 der Gemarkung Salgen).

Der stattliche zweigeschossige Satteldachbau von 6 zu 4 Achsen mit knappem, gekehltem Trauf- und Ortganggesims stammt im Kern wohl aus dem 17./18. Jahrhundert; einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge dürfte er um das Jahr 1722 entstanden sein.

Veränderungen an ihm wurden 1886 und 1911 vorgenommen.

Im Untergrund ist man auf zwei Brandschichten gestoßen, was darauf schließen lässt, dass zwei Vorgängerbauten einst durch Brände zerstört worden sind; vielleicht ist deshalb auch über der Tür ein in das 19. Jahrhundert zu datierendes Gemälde (auf Blech) des Hl. Florian, des Schutzpatrons vor Bränden, zu sehen.

Der zur ehemaligen Landwirtschaft gehörige freistehende Stadel (ebenfalls mit Satteldach) ist mit der Jahreszahl 1824 bezeichnet.

Besitzer des Mühlenanwesens waren:

bis 1840 Johann Vogt

seit Februar 1840 Theodora Vögele und Friedrich Höfel

seit ca. 1844 Michael Fischer

seit ca. 1852 Georg Fischer

seit 13. Februar 1877 Leonhard Schnatterer

seit März 1905 Josef Holzhai

seit 19. Juni 1907 Josef Ruchti

seit 20. November 1922 Xaver Hofmann

seit 27. Juli 1981 Franziska Kienle, geborene Hofmann

Die Mahlmühle (Kundenmühle) besaß ein mittelschlächtiges Mühlrad aus Metall mit Schaufeln aus Lärchenholz; der Rad-Durchmesser betrug 5,20 m, die Rad-Breite 1,30 m. Ausgestattet war sie außerdem mit einem Mühlstein, 1 Mahlwerk sowie 2 Weizen- und 1 Roggenstuhl.

Die Mahlkunden kamen aus Salgen selbst sowie aus Hausen, Bronnen und Mörgen. Gemahlen wurden Weizen und Roggen, bei einer Mahlkapazität von beispielsweise 9,4 Tonnen Getreide im Jahr 1967.

Dem Müller ging früher ein Geselle zur Hand.

Am 8. September 1972 wurde die Mühle stillgelegt.

Die gesamte Mühleneinrichtung ist jedoch nach wie vor erhalten.

Seit dem Jahr 2003 wird das renovierte Wasserrad zusammen mit einem 3-stufigen Getriebe zur Stromerzeugung genutzt (maximale Leistung von 6 – 8 kW/h).

 

Denkmäler in Bayern (Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler), herausgegeben von Michael Petzet, Band 7: Schwaben, bearbeitet von Bernd-Peter Schaul, Luftaufnahmen von Otto Braasch, München 1986, S. 415.

10 Jahre Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung 1986 – 1995, S. 58.

 

Foto oben mit freundlicher Genehmigung von Herrn Johann Kienle.

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Mühle in Salgen (Gem. Salgen). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/619 (Abruf am 11.12.2018).