DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Engelhardmühle

Attenhofen (Gem. Weißenhorn)

Typ: Mahlmühle
Gewässer: Roth (Nebenfluss der Donau)
Historische Daten: 1413 (Erstnennung).
Adresse: Engelhardmühle 1, 2, 89264 Weißenhorn
Öffentlich zugänglich.
Informationen für Besucher: Zum Mühlenbetrieb gehört auch ein Mühlenladen. Auf Anmeldung hin werden Führungen für Gruppen abgehalten. Ein früherer Stall mit einer Decke aus echten „Preußischen Kappen“ ist zum „Partystall“ geworden.

Mühle mit Besuchern (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Alexander Engelhard).
Erntebild am Mühlengebäude. Gemälde eines Benediktinerbruders (Foto: Georg Abröll, Gersthofen).
Foto: Georg Abröll, Gersthofen.
Barocke Mühlkapelle, daneben moderner Glockenstuhl aus dem Jahr 2000 (Foto: Georg Abröll, Gersthofen).
Hostienmahlgang (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Hostienmahlgang. In der Mitte der Schnitzerei Darstellung einer Hostie (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Ansicht der Mühle von ca. 1944. Gemälde des Kunstmalers Anton Bischof, Weißenhorn (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Foto: Franz Kurrer, Nürtingen.
Foto: Franz Kurrer, Nürtingen.
Transmissionen (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Foto: Franz Kurrer, Nürtingen.
Bambusstäbe aus dem Jahr 1949 am Plansichter (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Grießputzmaschine (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Foto: Franz Kurrer, Nürtingen.
Walzenstuhl der Firma MIAG, Braunschweig, von 1935 (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Säule aus Eichenholz mit Einschusslöchern aus dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Früherer Stall, jetzt "Partystall" (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Die Roth, unmittelbar bei der Mühle (Foto: Franz Kurrer, Nürtingen).
Bauplan eines Zuppinger-Wasserrades von 1890, Mühlenbauanstalt Cannstatt (Foto mit freundlicher Genehmigung aus: Frank Single und Wolfgang Strakosch, Die Donaualtheimer Mühle. Geschichte & Technik, München 2012, S. 173).

Die Engelhardmühle (Engelhardmühle 1, 2) befindet sich etwas westlich von Attenhofen, am rechten Ufer der Roth.

Sie ist im Stiftsbrief von 1413 genannt. Ein Hans (der) Müller saß damals auf dem Anwesen.

1789 hat es in der Mühle einen Hostien-Mahlgang gegeben. Wenn ein solcher Mahlgang (unter großer Sorgfalt und Reinlichkeit für feinstes Weizenmehl) durchgeführt werden durfte, so war dies sicherlich ein Zeichen für große Zuverlässigkeit und Qualität.

Im 18. Jahrhundert erscheint der Name Kling oder Klingmüller, im 19. Jahrhundert der Müllername Durst.

Ein gewisser Xaver Engelhard heiratete eine Tochter Crescentia Durst. Noch heute ist die Familie Engelhard auf der Mühle.

Der Kern der heutigen Gebäude stammt aus dem Jahr 1789.

1949 kam es zu einem völligen Neubau der Mühle; der Umbau dauerte von Ende Juni bis November. Eine Säule aus Eichenholz, in der noch Einschusslöcher aus dem Dreißigjährigen Krieg zu sehen sein sollen, fand dabei eine erneute Verwendung.

Der Giebel des hohen Mühlengebäudes ist mit einem Erntebild samt folgender Inschrift geschmückt:

Wer dieses Erbe auch tritt an, Gott bitt er, daß ers halten kann“.

Anfangs besaß die Mühle 5 Wasserräder, je eines für 4 Mahlgänge und 1 Gerbgang.

Um 1870 fasste man die Räder in einem großen Zuppinger-Wasserrad zusammen; die einzelnen Gänge wurden über ein Kammradgetriebe aus Holz versorgt, das erst 1942 durch ein Ölbadgetriebe ersetzt wurde. Bereits zuvor, 1923, war ein neues Rad derselben Konstruktion mit den beachtlichen Abmessungen von 5,2 m Durchmesser und 1,8 m Schaufelbreite eingebaut worden; das neue Rad war bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb.

1954 ersetzte man es durch eine Ossberger-Durchströmturbine, die bis heute arbeitet. Sie treibt einen Generator von 15 kW Leistung an.

Die alte Transmissionsanlage hatte ausgedient.

Die verschiedenen Aggregate der Mühle wurden auf elektrischen Einzelantrieb umgestellt.

Die nicht mehr existierende Firma Happle in Weißenhorn baute 1971 die Mühle auf pneumatische Förderung der diversen Mahlprodukte um; diese Mühlendisposition besteht noch heute.

Mit dem Wasserrad konnten 5 – 6 Tonnen Körner pro Tag vermahlen werden. Heutzutage beträgt die Tagesleistung 15 Tonnen an Weizen und 10 Tonnen an Roggen, allerdings mit Hilfe von 25 kW zusätzlich eingebauter elektrischer Leistung.

Zum Mühlenbetrieb gehört auch ein Mühlenladen. Auf Anmeldung hin werden Führungen für Gruppen abgehalten. Ein früherer Stall mit einer Decke aus echten „Preußischen Kappen“ ist zum „Partystall“ geworden.

Bei der Mühle befindet sich eine barocke Mühlkapelle aus dem 18. Jahrhundert.

Der daneben stehende Glockenstuhl wurde im Jahr 2000 gebaut; in ihm hängt eine Glocke von 1864, die aus einem französischen Kloster stammt und durch eine automatische Steuerung noch heute regelmäßig geläutet wird.

 

Denkmäler in Bayern (Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler), herausgegeben von Michael Petzet, Band 7: Schwaben, bearbeitet von Bernd-Peter Schaul, Luftaufnahmen von Otto Braasch, München 1986, S. 303.

Albert Haug, Mühlen an Roth und Biber, in: Jahrbuch des Landkreises Neu-Ulm. Geschichte im Landkreis Neu-Ulm, 12. Jahrgang, Neu-Ulm 2006, S. 73 – 111; hier: S. 89 - 91.

Internet: www.engelhardmuehle.de .

 

Foto oben: Die Engelhardmühle am Morgen (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Alexander Engelhard).

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Engelhardmühle in Attenhofen (Gem. Weißenhorn). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/779 (Abruf am 11.12.2018).