DOKUMENTATIONEN

Mühlen in Schwaben - Dokumentation

Bläsismühle mit Sägewerk

Heitlern (Gem. Pfronten)

Typ: Mahlmühle, Sägemühle, Stampfmühle, E-Werk, Knochenstampfmühle
Gewässer: Vils
Historische Daten: 1540 (Erstnennung). Die Mahlmühle samt dem Sägewerk wurde 1924 aufgelassen.
Adresse: Bläsesweg 2, 87459 Pfronten-Heitlern
Öffentlich zugänglich.
Informationen für Besucher: Das 2005 neu erstellte Mühlengebäude (neben der aufgelassenen ursprünglichen Mühle) besitzt – seit 2005 als Mühlen-Museum eingerichtet und ausgestattet - 5 Mahlgänge mit unterschiedlichen kristallinen Sandsteinen, Porphyre, Granite, sog. „Franzosensteine“, insgesamt über 20 verschiedene Mahlsteine (bis auf 1 im Gerbgang keine Kunststeine). Die Stein-Mahlgänge bestehen aus 1 Gerbgang (Holzzarge), 1 Schrotgang (Gusszarge), 1 Weißgang (Holzzarge), 1 Schwarzgang (Holzzarge) und 1 Grießgang bzw. Gersträndelgang (Malzgang für Braugerste) (Holzzarge). Ein unterschlägiges Bayerisches Schaufel-Mühlrad aus Holz (Durchmesser 4,6 m) wurde restauriert und im Sommer 2006 eingebaut.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Herrn Georg Kienle.
Gerbgang.
Schrotgang.
Schwarzgang.
Grießgang, Malzgang für Braugerste.
Zahnräder.

Die Bläsismühle befand sich 1540 im Besitz des Müllers Hansen Strobel.

1585 gehörte sie Laux Strobel, der eine Wohnung – „Clausen“ genannt - zu der Mühle baute, 1730 Bartholomäus Strobel, 1778 Franz Strobel, dann Scholz und Haf. Die weiteren Nachfolger waren 1860 – 1896 Adam Kienle, bis 1941 Martin Kienle, sein Sohn, danach Xaver Kienle.

1730 und 1866 brannte die Mühle ab, wurde jedoch jedesmal wieder aufgebaut; nach dem zweiten Brand wurde 1867 das vordem in Holzständerbauweise errichtete Gebäude von Adam Kienle nun in Bruchsteinmauerwerk neu aufgeführt.

Die Sägemühle mit einem sog. Venezianischen Gatter hatte bis 1904 ein eigenes Gebäude sowie ein eigenes Wasserrad.

Dazu existierte bis ca. 1920 eine Knochenstampf, ebenfalls in einem eigenen Gebäude und mit einem eigenem Wasserrad.

Ein mittelschlächtiges Wasserrad trieb auf gleicher Holzachse das Kammrad mit einem Durchmesser von ca. 2,8 m an, über Drehling und Königswelle das sog. „Königsrad“ aus Eichenholz mit einem Durchmesser von ca. 2,2 m (noch vorhanden), über das Königsrad 4x Stirnräder mit 4 Mühleisen und 4 Mahlgängen. Die Wasserkraft betrug 20 PS.

Mahlgut waren Dinkel, Weizen, Roggen, Gerste und vermutlich auch Hafer.

Die Mahlmühle samt dem Sägewerk, ein Familienbetrieb, wurde 1924 aufgelassen.

Von ca. 1925 bis 1927 baute Xaver Kienle die Mühle aus.

Ab etwa 1934 nahm er eine Francis-Turbinenanlage mit 24 PS anstelle der aufgelassenen Mühle in Betrieb, um die errichtete Knopffabrik zu betreiben, die bis 1958 lief.

Heutiger Besitzer des Mühlenanwesens (Bläsesweg 2, 87459 Pfronten-Heitlern, Flur-Nr. 1828 der Gemarkung Steinachpfronten) ist Georg Kienle.

Das 2005 neu erstellte Mühlengebäude (neben der aufgelassenen ursprünglichen Mühle) besitzt – seit 2005 als Mühlenmuseum eingerichtet und ausgestattet - 5 Mahlgänge mit unterschiedlichen kristallinen Sandsteinen, Porphyren, Graniten, sog. „Franzosensteinen“, insgesamt über 20 verschiedenen Mahlsteinen (bis auf 1 im Gerbgang keine Kunststeine).

Die Stein-Mahlgänge bestehen aus 1 Gerbgang (Holzzarge), 1 Schrotgang (Gusszarge), 1 Weißgang (Holzzarge), 1 Schwarzgang (Holzzarge) und 1 Grießgang bzw. Gersträndelgang (Malzgang für Braugerste) (Holzzarge).

Ein unterschlächtiges Bayerisches Schaufel-Mühlrad aus Holz (Durchmesser 4,6 m) wurde restauriert und im Sommer 2006 eingebaut.

Das Gebäude misst 12,80 m in der Länge, 6,30 m in der Breite und 9 m in der Höhe. Ein Wohnteil ist nicht integriert.

Der Name Bläsismühle stammt von einem Blasius Babel, der Anfang des 18. Jahrhunderts Besitzer der Mühle war.

 

Internet: www.blaesismuehle.de

 

Foto oben: Die Mühle mit dem restaurierten Wasserrad im Gießbach (rechts), 2006 (Foto mit freundlicher Genehmigung von Herrn Georg Kienle).

© Bezirksheimatpflege Schwaben und Georg Abröll, M.A.
Empfohlene Zitierweise:
Abröll, Georg: Bläsismühle mit Sägewerk in Heitlern (Gem. Pfronten). Aus: Bezirksheimatpflege Schwaben (Hrsg.), Mühlen in Schwaben (Dokumentation). URL: http://www.bezirk-schwaben.de/heimatpflege/dokumentationen/muehlen-in-schwaben/detailansicht/muehlendoku/928 (Abruf am 10.12.2018).