MÜHLENSUCHE


Bitte beachten Sie:

• Mühlen im Stadtgebiet Augsburg sind in der Dokumentation nicht berücksichtigt.
• Die Suche ist standardmäßig auf 50 Treffer begrenzt. Aufhebung der Begrenzung in der erweiterten Suche möglich.
• Nicht alle Inhaber von Bildrechten konnten ermittelt werden; sie werden gebeten, eventuelle Ansprüche geltend zu machen.

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Mühlen in Schwaben - eine Dokumentation

Hofmühle in Steinheim (Gem. Dillingen a.d.Donau)Alte Mühle in Kirchdorf (Gem. Bad Wörishofen)Rottachmühle in Lechbruck am SeeSchlossmühle in Liebenthann (Gem. Obergünzburg)Kunstmühle Straubinger in Rain am LechMühle in Weinried (Gem. Oberschönegg)Wasserkraftwerk in Langweid am LechBläsis-Mühle in HeitlernKlostermühle in MaihingenEngelhardmühle in Attenhofen
Hofmühle in Steinheim (Gem. Dillingen a.d.Donau)
Alte Mühle in Kirchdorf (Gem. Bad Wörishofen)
Rottachmühle in Lechbruck am See
Schlossmühle in Liebenthann (Gem. Obergünzburg)
Kunstmühle Straubinger in Rain am Lech
Mühle in Weinried (Gem. Oberschönegg)
Wasserkraftwerk in Langweid am Lech
Bläsis-Mühle in Heitlern
Klostermühle in Maihingen
Engelhardmühle in Attenhofen

Wenn man aufmerksam, vielleicht mit einem kulturgeschichtlich geschulten Blick Schwaben besichtigt, wird man dank der geographischen Situation auf eine Vielzahl von Flüssen und Bächen treffen und an ihnen, selbst an kleineren Bachläufen, wie aufgereiht an einer Perlenschnur, Mühlen, ehemalige Mühlgebäude oder Mühlstandorte finden. Weit über 1.000 konnten mittlerweile nachgewiesen werden und es sind sicherlich noch weitere zu entdecken, denn es kam nicht so sehr auf die Größe und Fließgeschwindigkeit des Gewässers an, als auf die Technik des Wasserbaus und die künstlich erzeugte Fallhöhe des Wassers, ob der Standort für eine Mühlnutzung geeignet war.

Das wirtschaftlich und gewerblich reiche Schwaben wäre ohne die Mühlen nicht möglich. Die Mühlen bildeten in der vorindustriellen Zeit das wichtigste technische Strukturelement für Fortschritt und Entwicklung und zugleich waren sie die Technologie, an der sich die Erfindungs- und Innovationskraft bewähren konnte. Die Augsburger Mühlentechnologie, sprich Wasserwerke, war seit dem 16. Jahrhundert europaweit berühmt und wurde von Bildungsreisenden besichtigt.

Mühle war bis ins 19. Jahrhundert der Begriff für Maschine, entsprechend weit wurde diese Maschine auch eingesetzt: Mahlen, Hämmern, Stampfen, Sägen, Zerkleinern, Schleifen, Heben. Der englische Begriff Spinning-Mill (mechanische Spinnerei) zeigt diese Begrifflichkeit noch heute.

Beginnend mit der römischen Mühle in Günzburg und der merowingischen Mühle bei Dasing als frühes Beispiel lassen sich in Schwaben fast 2.000 Jahre Mühlengeschichte dokumentieren.

In den Orten bildete die Mühle in der Regel den teuersten Betrieb. Die Müller waren wohlhabend, angesehen, durch ihre Tätigkeit gut informiert und mächtig und gehörten deswegen zur lokalen Führungsschicht. Eigene Rechtsnormen (Mühlenordnungen) regelten den Betrieb, die Nutzung und die Gebühren. Die noch vorhandenen Mühlengebäude sind ortsbildprägend oder bilden Landmarken.

Sagen, Märchen, Erzählungen, Lieder wissen viel über die Müller zu berichten, die Auseinandersetzungen um Wasserrechte (Hochwasser, Niederwasser) füllen die Archive und sind in die Literaturgeschichte eingegangen.

Das Mühlensterben begann mit der Industrialisierung und der Entwicklung neuer Antriebskräfte. Der Konzentrationsprozess seit den 1950er Jahren ließ nur wenige Mühlenstandorte noch bestehen, die heute von landes-, kultur- und technikgeschichtlicher Bedeutung sind und teilweise attraktive touristische Attraktionen bilden.

Die Dokumentation zur Mühlenkultur in Schwaben will das Wissen um die aus dem Alltag weitgehend verschwundenen Mühlen heben, auf die noch vorhandenen Mühlgebäude aufmerksam machen und damit zu ihrer Erhaltung beitragen und Anregung geben, die Mühlenkultur neu zu entdecken.

Augsburg, Januar 2013

Dr. Peter Fassl
Bezirksheimatpfleger

 

Weiterführender Link zur Mühlenstraße Oberschwaben (Baden-Württemberg):

www.muehlenstrasse-oberschwaben.de